Dienstleistungen fürs Wohnen im besten Alter

Alterung der Bevölkerung: Was sind die Gründe?

Immer wieder hört und liest man es: Die Bevölkerung altert rapide, auch in der Schweiz. Doch was heisst das konkret? Und warum muss uns die Alterung der Gesellschaft interessieren?

Die ‚Republik‚ hat dazu einen interessanten Artikel mit Zeitreihen publiziert. Im Wesentlichen ist dies auf zwei Faktoren zurückzuführen, die in zwei Begriffen kurz gefasst werden können: Fertilität & Mortalität.

Veränderte Fertilität beschleunigt die Alterung

Die Fertilität misst den Nachschub an jungen Menschen: die sogenannte zusammengefasste Geburtenziffer. Anhand einer Hochrechnung über alle Altersstufen in einem Kalenderjahr gibt sie an, wie Viele Kinder eine Frau in ihrem gesamten Leben durchschnittlich zur Welt bringen würde.

Bei Beginn der Messungen, im Jahr 1876, lag die Zahl bei 4.4 Kinder. Heute liegt dieser Schnitt bei 1.5 Kindern. Diese Zahlen berücksichtigen gewisse Effekte nicht, aber trotzdem wird klar: Die Anzahl Kinder pro Frau ist in den letzten Jahrzehnten stetig kleiner geworden.

Gründe für diese Entwicklung sind steigender Wohlstand, bessere Gesundheit, höhere Lebensqualität. Da die Kindersterblichkeit dadurch abgenommen hat, werden gar nicht mehr so viele Kinder gezeugt.

Mortalität als Treiber der Alterung

Dass es in einer Gesellschaft weniger Nachwuchs gibt, verändert zunächst das Verhältnis zwischen alt und jung. Entscheidend ist aber, dass die Lebenserwartung in den letzten 150 Jahren stetig gestiegen ist. 1876 wurde ein Mensch im Schnitt 40 Jahre alt. Seither hat sich die Lebenserwartung mehr als verdoppelt. 2017 wurden Frauen und Männer im Schnitt 83jährig!

Dank medizinischen Fortschritten und verbesserter Hygiene gelang es, die Säuglings-sterblichkeit stark zu reduzieren. Nach dem zweiten Weltkrieg kamen Fortschritte in der Medizin, gesündere Lebensweisen und höherer Wohlstand auch den älteren Menschen zugute. Laut Schätzungen der UNO soll die Lebenserwartung bis 2050 auf fast 87 Jahre steigen.

Altersquotient – die wichtigste Kennziffer 

Der Altersquotient misst das Verhältnis von Pensionierten zu den Erwerbstätigen in einer Gesellschaft: Im Zähler steht die Anzahl Personen von über 65 Jahre, im Nenner diejenigen im Alter von 20 bis 65 Jahren.

Bis in die Zwischenkriegszeit betrug dieses Verhältnis rund 10 Prozent. Das heisst, auf eine pensionierte Person kamen 10 Personen, die erwerbstätig waren. Heute ist der Altersquotient bei 30 Prozent: Auf zehn Erwerbstätige kommen drei Personen über 65 Jahre. Wenn es so weitergeht, könnte laut dem Bundesamt für Statistik (BfS) der Altersquotient im Jahr 2050 bei  rund 50 Prozent liegen.

Läge das Rentenalter bei 68 Jahren, verringert sich der Altersquotient auf 41 Prozent und bei Rentenalter 72 bei den heutigen 31 Prozent.

Die Republik rechnet vor, dass wir das Rentenalter innerhalb von 30 Jahren um 7 Jahre anheben müssten. Nur dann können wir den Altersquotient auf dem Niveau von heute, also 30 Prozent, halten.

Die Diskussion ist eröffnet – und hoffentlich ein Thema im bevorstehenden Wahlkampf.

 

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